Vielfalt ist Trumpf

 Cypriniden sind die artenreichste Gattung

 

Die Cypriniden sind die in unseren Breiten artenreichste Gattung. Und jede Art ist mit der Fliege zu fangen. Aber sie haben auch ihre Eigenheiten die man berücksichtigen sollte.  

Ich werde versuchen die Eigenheiten -soweit es den Fang mit der Fliegenausrüstung betrifft- kurz darzustellen.

 

Karpfen

Die wohl am häufigsten anzutreffende Art ist sicher der Spiegelkarpfen gefolgt von Schuppen,Zeil- und Lederkarpfen. Sie sind allesamt enorm wehrhaft und konnen enorme Gewichte erreichen. Die Ausrüstung muss dem Rechnung tragen.

Ich konnte in meinem "Fischereileben" wohl einige hundert Karpfen mit der Rute fangen. Der schwerste hatte knappe 30 Pfund. Aber, mir gelang es niie einen Karpfen im Spätherbst oder im Winter mit der "Fliege" zu fangen. Ab April bis in den Oktober hinein ist die Pirsch sinnvoll.

Ein spezielles Muster hat sich dabei nicht herauskristallisiert. Es sollte nur groß genug sein.  

Wenn Karpfen wirklich hungrig einen Gewässerbereich absuchen sind sie rlativ leicht zu fangen. Oft reicht schon der Plopp der auf die Waseroberfläche auftreffenden Nymphe um die Aufmerksamkeit auf den Köder zu lenken.Der Karpfen wird dann in der Regel das Angebot final prüfen. Das bedeutet er saugt sie ein. Anhieb, dann ein Gefühl als hätte man einen Hänger und dann bewegt sich dieser Hänger mit zunehmender Geschwindigkeit.  

Karpfen

Schuppenkarpfen
Spiegelkarpfen
Drill mit der Fliegenausrüstun
Spiegelkarpfen

1  

Karpfen liefern einen langen und meist auch harten Drill. Meist geht der Drill kurz vor der Landung zu Gunsten des Karpfen aus. Wenn er erstmals den Kescher als Bedrohung wahrnimmt mobilisiert er nochmals alle Kraftreserven in einer letzten Flucht. Und die entscheidet er oftmals für sich.

Karpfen sind sehr gut im Mai und dann wieder nach der Laich in den Monaten in denen die Wassertemperatur über 15 Grad liegt zu fangen. Sie sind als Allesfresser - es wurden schon Karpfen auf Blinker,Wobbler und Twister gefangen-nicht wählerisch was den Köder angeht, nur wahrnehmen müssen sie ihn.

Fällt die Wassertemperatur unter 12 Grad ist die Karpfensaison wohl beendet. 

Scenen eines Karpfendrills

Drill
Vor dem Kescher
karpfen im Kescher
Fisch im Kescher
Karpfen fürs Foto

1  

 

Graskarpfen und andere Asiaten

Ich hatte das Glück einige Graskarpfen an die Fliegenrute zu bekommen. Der Drill erinnert sehr an den der Karpfen, wenngleich mir die Anzahl der Fluchten mehr erschienen. Den gröten Amur konnte ich an der Donau haken. Nachdem ich ihn beim Sonnenbad beobachten konnte ttraue ich mir auch eine Schätzung seines Gewichtes zu : Mehr als 15 Kilo!

Der Fisch nahm ganz genüsslich eine grüne Nymphe auf einen 6 er Haken gebunden.  

Nach einem Drill von mehr als 20 Minuten verlor ich den Fisch. Er war ganz einfach ausgeschlitzt. Schade, ich hätte ihn gerne fotografiert.

Einige kleinere Exemplare bis zu 8 Kilo konnte ich an privaten Weihern drillen und auch landen.  

 

Graskarpfen

Mein Buch zu dem Thema und ein Foto daraus

Das Buch hat die ISBN 3-275-01338-6

 

Barben

Wers gerne etwas herzhaft haben will sollte nach Barben suchen. Meist sind sie auf Kies- oder Schotterbänken anzutreffen. Da die Bestände der Barben in fast ganz Deutschland rückläufig sind - das ist auf die Zerstörung ihres Lebensraums zurück zu führen- solllten wir sie auch ausserhalb der Schonzeit schonen und wenn möglich und sinnvoll wieder zurücksetzen.

Gute Muster für Barben sind z.B. schwarze Jigs oder einfache aber gut beschwerte dunkle Muster. Wenn man einen Schwarm gefunden hat ist der Fang meist keine Wissenschaft. Vorausgesetzt sie sind hungrig,  werden sie unser Angebot ohne Scheu einschlürfen. Da das Maul recht zäh ist schlitzen während des Drills sehr wenige aus. Verluste kommen durch die Ungeduld der Fischer zu stande. Sie sind sehr zähe und ausdauernde Kämpfer die sich erst nach einem langen Drill mit vielen Fluchten geschlagen geben.  

 

 

Das ist fast 10 Jahre her

 

Das war eine der letzten Barben die wir in der Strecke zwischen Bergheim und Joshofen gefangen haben. Durch das Stauwerk Bergheim hat sich der Lebensraum für die Barben sehr stark verändert, Einige Kilometer weiter in Richtung Neuburg sind sie noch in ausreichender Zahl vorhanden.

 

Nerfling

Einige Jahre war ich der Meinung , dass der Nerfling in unserer Region nicht mehr vorhanden ist. Vermehrte Fänge in den letzten 3 Jahren belehrten mich eines besseren. An einigen Stellen konnten wir erstmals vor 3 Jahren kleinere Exemplare im Frühjahr fangen. Allerdings nur über einen sehr kurzen Zeitraum.

Ein Jahr später waren dann in dieser Gewässerstrecke schon wesentlich mehr und größere Exemplare anzutreffen. Dabei konnten wir fetsstellen ,dass der Nerfling der Nymphe gerne eine kleine Strecke folgt bevor er sie nimmt. Zu sehen ist dies selbst auf eine grössere Distanz an der Bugwelle die er beim Verfolgen des Köders erzeugt. Es ist kein dramatischer Drill, aber Fische mit mehr als 1,5 Kilo sind am dünnen Vorfach einfach ein Genuss. Ich verwende identische Nymphen wie für den Döbel. Teilweise sind die Nerflinge ssehr gut mit der Trockenen zu fangen. Unauffällig und sehr fängig: Die FF. Das abgebildete Exemplar hatte etwas mehr als 2,5 Kilo. 

 

Nerflinge sind bei uns wieder am kommen

 

 

Döbel

Er ist mit Sicherheit die mit der Fliegenrute am häufigsten gefangene Cyprinidenart. Das mag an seiner starken Verbreitung aber auch daran liegen ,dass er sowohl trocken als auch mit der Nymphe gefangen werden kann.

Im zeitigen Frühjahr ist der Döbel die erste Art, die in die Flachwasserzonen zieht um sich einen Happen einzuverleiben. Das ist die Zeit für den Nymphenfischer. Es wird fast alles genommen wenn es nur ein schöner Happen ist. Also die Muster nicht zu klein wählen !

Ab Mitte des Jahres spielt die Trockenfliege dann eine zunehmende Rolle. Aber das kann eine nervenaufreibende Geduldsprobe werden. Gerade große Döbel mit mehr als 50 cm sind oft sehr misstrauisch. Dies ist speziell in Revieren in denen sie Erfahrungen sammeln konnten festzustellen. Ich habe schon x-fach erlebt ,dass große Exemplare mit Erfahrung bis auf wenige Zentimeter an die Fliege herangeschwommen sind, sie eingehend beäugten um sie dann doch nicht zu nehmen.

Wie schnell Döbel reagieren können zeigt sich , wenn man einen Schwarm in der Sonne badender Döbel mit der Nymphe befischt. Das Plopp der Nymphe führt dazu, dass sich fast alle Döbel gleichzeitig auf die Nymphe stürzen.  

Diese Überrumpelungstaktik ist gerade auf Döbel eine hervorragende Methode. Ich denke, dass der Futterneid hier eine entscheidende Rolle spielt. Wer als erster da ist der hat das größte Stück!

Der kleinere "Verwandte" des Döbels spielt in unseren Gewässern keine große Rolle. An der Donau kommt er so gut wie überhaupt nicht vor. An der Paar ,die in die Donau mündet, konnte ich vor längerer Zeit einige Exemplare landen. Soweit ich mich erinnere nahmen sie eine Trockenfliege (CDC Fratnics-Fliege). 

Döbel

Döbel
Joshofen
Döbel
Döbel vo Landung
Winni u. Döbel

1  

 Speziell in der zweiten Jahreshälfte gibt es Tage da können einen die großen Döbel fast zur Verzweiflung bringen. Die Nymphe geht mit einem Plopp ins Wasser, der große Döbel sprintet in Richtung Nymphe , stoppt kurz vorher und dreht dann ab ohne den Köder zu nehmen. Oder er folgt der Nymphe einige Meter und dreht dann ab. Eine weitere Variante: Speziell zum Ende der Saison -absolute Verweigerung. Der Döbel reagiert einfach nicht !   

 

 

Schleie

Gezielt werden wohl die Wenigsten auf die Schleie fischen. Dazu ist sie dann doch zu selten. Aber es kann an entsprechenden Gewässern schon möglich sein über einige dieser Schleimer quasi zu stolpern. Der Fang mit der Nymphe ist -speziell wenn diese ein etwas längeres bewegliches Schwänzchen hat- nicht besonders schwierig. Nymphe zum Grund sinken lassen und dann zitternd in Richtung Beute bewegen. Das Angebot wird meist ohne zögern genommen.  

 

Schleie im Drill

 

 

Brachsen

Und noch so ein Schleimer. Das ist nicht herabmindernd gemeint, vielmehr bezieht es sich auf den Schleim den der Fisch absondert. Diese Art ist für mich und wohl auch für meinen ständigen Beggleiter ein Rätsel. Wenn sie in Erscheinung treten dann meist in großen Schwärmen. Was aber nicht bedeutet, dass man auch nur einen fängt. Sie lassen sich in iherm Bemühen wirklich auch jeden Dezimeter des Gewässergrundes mit ihrer vorstülpbaren Schnauze zu durchwühlen auch nicht durch noch so kunstvoll angebotene Nymphen abbringen.  

Sie sind dann einfach stur und keine Nymphe kann sie zum Anbiss verleiten.  

Dann wiederum gibt es Tage ,ein Wurf ein Fisch. Mir scheint aber dass rote Nymphen die Zuckmückenlarfen imitieren immer noch die erfolgreichsten Muster sind. Im Drill ist die Brasse nicht umbedingt aufregend. Die Fluchten sind langsam und die Gegenwehr ist nicht besonders stark. Aber sie bereichern das Spektrum der möglichen Cyprinidenarten. 

 

Ein "Kloodeckel" mit der Fliege

 

 

Das für die Brachse geschriebene gilt auch für die oft verwechselte Güster. Besondere Eigenheiten bezüglich Fang und Nymphenmuster konnte ich nicht feststellen.

 

Rapfen

Ist der Rapfen nun noch ein Weißfisch oder sollte er schon den Raubfischen zugerechnet werden? Ich kann nur sagen,dass er vor 20 Jahren oder noch länger bedeutend häufiger war.  

Dies ist wohl auf den fast totalen Zusammenbruch der Laubenpopulation zurückzuführen.Aber wo nichts zu fressen ist stirbt die Art .

Heute macht es mir eine sehr große Freude einzelne Exemplare die sich an die Brutfischschwärme heranpirschen zu beobachten. Sie durchstreifen relativ zügig die Bereiche wo für sie etwas zu holen ,sprich zu fressen ist. Stürzen sie sich in einen Schwarm der Halbwüchsigen geht das sehr schnell ,aber mit viel Getöse.

Das Thema Schnelligkeit spielt auch beim Fang mit der Nymphe eine fangentscheidende Rolle: Haben sie einen Rapfen oder Schied (so wird er meist bei uns in Bayern bezeichnet) ausgemacht so plazieren sie eine große Nymphe oder einen Streamer seitlich möglichst nahe am Körper. In Sekundenbruchteilen dreht sich der Rapfen und schnappt zu. Bei dieser Fischart ist Schnelligkeit Trumpf! Spezielle Muster zu empfehlen ist mir nicht möglich. Ich konnte schon Rapfen auf die unterschiedlichsten Fliegen/Nymphen/Streamer fangen. Sogar schon auf Trockenfliegen wenn der Wind die Wasseroberfläche ganz leicht kräuselte. 

 

 

Sie werden immer seltener bei uns
 

 

 

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