Die Ausrüstung  

Eine spezielle Ausrüstung ist zum Anfang nicht nötig. Eine Fliegenrute der Klasse 5 -7 ( je länger desto besser ), eine großzügig dimensionierte Fliegenrolle, eine Schwimmschnur und große Nymphen ( Haken- Größe 6-10). Dann noch ein Klappkescher mit Teleskopstiel und unbedingt eine Polbrille. Cyprinidenfischen ist ein Sichtfischen,d.h. alles was passiert sehen Sie. Jedes Detail vom arglosen Fisch bis zum Anbiss. Toll, aber oft auch frustrierend. Eine gute Brille hilft da ungemein. 

Sollten Sie dabei bleiben, können Sie sich immer noch eine spezielle Ausrüstung zulegen.Habe ich vor einigen Jahren  gemacht. Ich habe mir bei einem britischen Anbieter eine 3-teilige Rute Klasse 6/7 in 10 Fuss 6 Zoll, eine passende Alu-Rollemit Ersatzspule und die passende Fliegenschnur gekauft. Alles zusammen etwas mehr als 100,00 €. Ich bin heute noch begeistert von dieser Ausrüstung und verwende sie sehr häufig, wenn ich mit schweren Fischen rechnen kann.

 

Fliegenfischen und Internet

Für mich ist das Internet zwischenzeitlich fast unverzichtbarer Bestandteil geworden. Ich erhalte aktuelle Infos zu:

 

  • Wasserstand und Wassertemperatur ( leider keine Angaben zur Sichtigkeit )
  • Angaben zum Gewässer (Sperrung , Besatz, etc. )

  • Trends zu Technik und Taktik
  • allgemeine Infos und Unterhaltung in Form von Videos

  • Alternativen für den Kauf neuer Ausrüstungsteile

 

Aber Vorsicht!

Nicht alles was im Internet steht ist gut und richtig.  Da sind teilweise richtige Schwätzer unterwegs. Eine wirklich tolle Info-Quelle ist: www.fliegenfischer-forum.de.

 

Bevor es nun ans Wasser geht überprüfen Sie bitte nochmals alle Knoten und Schnurverbindungen. Alles ok? Dann kann es losgehen.

 


Die Rute  

Sie ist und bleibt das wichtigste Ausrüstungsteil. Sie ist quasi unser verlängerter Zeigefinger und der Stoßdämpfer. Stellen Sie sich einen Menschen ohne Zeigefinger oder ein Auto ohne Stoßdämpfer vor. Schrecklich.

Da wir es bei den Cypriniden mit Friedfischen zu tun haben deren Beissverhalten teilweise sehr zart ist, sollten wir jedes Mittel wählen das uns einen Vorteil verschafft. Und dazu gehört für mich eine lange Einhand- Rute. Wobei "lang" relativ ist. Für meine Begriffe sind das 10 Fuss oder mehr. Von Switch-Ruten die in den letzten Jahren in Mode kommen halte ich persönlich nichts. Dies ist weder Fisch noch Fleisch. 

Natürlich geht es auch mit einer kürzeren Rute, aber die Köderkontrolle ist bedeutend schwieriger und die Reaktionen bei einem Biss müssen schneller erfolgen. Damit sind speziell Anfänger schnell überfordert und hören resigniert auf.

Alle großen Marken haben gute lange Ruten in ihrem Lieferprogramm. Aber meist zu sehr hohen Preisen.

 

 

Eine Griffverlängerung (figthing but ) ist eine tolle Sache

 

 

 

Meine Empfehlungen:

Sage

Orvis

Fenwick

Loomis 

Hardy

Greys

 

Wesentlich günstiger ( aber nicht weniger geeignet )

Czech-Nymph

Flex-Tec

no Name - Ruten

 

 

Die Rolle 

Die Rolle ist der Schnurspeicher. Und ein Speicher sollte groß genug sein, damit man nicht ständig ganz penibel aufräumen muss. So sollte auch eine Fliegenrolle ausgelegt sein. Lieber etwas mehr Fassungsvermögen, denn beim Drill eines großen Fisches hat man nicht die Zeit oder die Nerven die Fliegenschnur ganz korrekt Windung neben Windung auf zu spulen damit sie auch Platz findet auf der Rolle.

Das ist eigentlich schon das Hauptthema bei der Anschaffung: Lieber eine Nummer größer !

Ob Sie nun ein kleines Vermögen investieren wollen oder können, die Rolle aus Kohlefaser oder aus Alu ist: Unwesentlich.

Wichtig neben der Größe ist eine fein anlaufende Bremse,die den Bremsdruck auch hält.Ich finde es bei Einhandruten übertrieben einen Bremsdruck zu erzeugen der einem 0,30 er Vorfach entspricht . So etwas ist weit von der Realität entfernt.

Von der Bauform her wird wohl die Mid Arbor -Version eine gute und ausgewogene Lösung sein.Aber denken Sie daran: Fliegenschnur , 80 - 100 Meter Backing  und ein fingerbreit Luft 

dann haben Sie die ideale Größe. 

 

 

Meine Empfehlungen:

Sage

Orvis

Fenwick

Loomis

Hardy  

Greys

 

Wesentlich günstiger ( aber nicht weniger geeignet )

no Name -Rollen

 

Ein Teil meiner Fliegenrollen

 

 

 

Die Fliegenschnur

Cyprinidenfischen ist Sichtfischen mit der Nymphe, das heißt es kommt eigentlich nur eine Trockenschnur zum Einsatz. Ob Sie eine DT,eine WF oder eine Longbelly verwenden bleibt weitgehend ihnen und Ihren Vorlieben überlassen. Wichtig : Die Schnur muss hoch schwimmen und damit sie das lange tut müssen Sie das gute Stück regelmäßig reinigen. Da Sie quasi im "Karpfenwasser" fischen wird die Schnur wesentlich stärker verschmutzt als dies in einem Salmonidenwasser der Fall wäre. Am besten nach jedem Einsatz reinigen.

Heute sind Fliegenschnüre auf dem Markt die bereits an den Enden Schlaufen ausgeformt haben. Das erleichtert die Verbindung zum Backing und zu Vorfach ungemein. Wenn sie eine erworben haben die noch ohne Schlaufe ist, ein Loop vorne und einer hinten und die Verbindungen sind optimal.

 

Meine Empfehlungen:

Rio

3M

Scientific

Hardy

 

Günstig (aber nicht schlecht)

Airflo

no Name  

 

 

 

 

Die Nachschnur (Backing )  

Ich erwähnte ja oben bereits 80-100 Meter Nachschnur sollten es schon sein. Und ein Finger breit Luft zum Rollenfuß.. Bei klassichem Backing mit seinem doch recht großen Durchmesser sind da schnell wirklich große Rollen notwendig. Deswegen Monoschnur von der Spinn- oder Grundangelmontage verwenden? Das Material verhakt und verdreht sich mit der Folge ,dass beim abspulen große Probleme auftreten können. Und wenn vorne ein großer Fisch weiter Schnur abzieht hat man nun wirklich andere Probleme. Die Folge ist dann ein klassischer Abriss.

Ein sehr guter Kompromiss ist aus meiner Sicht - und ich verwende das Material schon seit seiner Markteinführung - geflochtene Schnur aus Dyneema. Enorme Zugfestigkeit, geschmeidig und weich, und unverrottbar ist diese Material.  

Ein Durchmesser von 0,25 mm reicht auch für den schwersten Karpfen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kleiner Durchmesser bedeutet auch wenig Platzbedarf auf der Rolle.

Aber Vorsicht:

Dyneema lässt sich nur mit speziellen Knoten befestigen. Klassische Knotenverbindungen werden unter Belastung aufgehen. Auch wenn sie mit einem Tropfen Sekundenkleber gesichert worden sind. Und noch ein Hinweis: Dieses Material hat praktisch keine Dehnung. Es verhält sich unter Belastung ganz anders als Mono. Es ist direkter, ohne Dämpfung. 

 

Meine Empfehlung :

 

Bitte "googeln" 

 

 

Das Vorfach 

Lang, sehr lang, geflochten, gezogen, mit oder ohne Schockabsorber - wie hätten Sie es gerne? Mir scheint je mehr man sich der Hakenspitze nähert desto größer wird das Angebot.

nach jahrelangem herum experimentieren bin ich reumütig wieder zu den Anfängen zurückgekehrt. Kurze Beschreibung: Gezogenes Vorfach 2,70 Meter miteinem Spitzendurchmesser von 0,18 mm. Daran wird ein "Pitzenbauerringerl" angeknotet und daran dann das eigentliche Arbeitsvorfach mit 0,16 mm oder wenn es notwendig ist 0,14 mm.

Recht dünn finden Sie?

Diese Kombination trägt bei guten Knoten etwa 2,00 Kilo. Belasten Sie mal Ihre Fliegenrute mit 1,5 Kilo! schrecklich wie sich die Rute biegt! Im Drill würden Sie die Ausrüstung nie so belasten.  

Um so dünn fischen zu können müssen Sie das Vorfach sehr oft kontrollieren.

Steine ,Unterwasserhindernisse und Fischzähne können zu Beschädigungen führen. Bei geringen Durchmessern ist das schnell mit fatalen Folgen verbunden.

Nun zur Glaubensfrage : Mono oder doch Flourcarbon?

Fluorcarbon mag zwar in Puncto Sichtigkeit geringe Vorteile bringen. Aber dem stehen einige andere Argumente entgegen: Es ist steifer, es hat eine geringere lineare Zugfestigkeit, es kostet wesentlich mehr und es lässt sich nur mit speziellen Knoten mit klassischen Materialien verknoten.

Fazit: Ich bleibe bei meiner Stroft GT, allerdings mit einem Mikro-Snap von Mustang in den ich ähnlich wie bei einem Wirbel meine Köder einhängen kann. Das mit zunehmendem Alter immer schwieriger werdende Knotenbinden wird dadurch deutlich reduziert.

 

 Meine Empfehlung:

Stroft GTM

DAM Steelpower

 

Günstige Artikel will ich Ihnen nicht empfehlen, denn das wäre am falschen Ende gespart. Und bei knapp 4€ für 25 Meter zu sparen wäre wirklich Pfennigfuchserei.

 

 

Kennt fast jeder,STROFT

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Köder /die Fliege

Nichts wird so überschätzt für den Fangerfolg wie das Fliegenmuster.

Es gibt Faktoren die wesentlich größeren Einfluss haben, wie z.B. die Anbiete -Technik, die Presentation oder die Größe des Musters. Daraus ergibt sich für die Praxis:

  • Sie brauchen nur wenige Gruppen-Muster
  • Wechseln Sie nicht ständig das Muster
  • Die Sicht ins Wasser

  • Eine gute Polarisationsbrille

 

Cyprinidenfischen mit der Fliege ist Nymphenfischen fast in Reinkultur. Enorm spannend und oft frustrierend. Wen man mal wieder einem großen Fisch beim zu frühen Anhieb die Nymphe quasi aus dem Maul gezogen hat. Sche... .Aber so etwas wird mit Sicherheit passieren. Oder man den Stand der Sonne nicht berücksichtigte und der Schatten der Schnur den Fisch zu einer Flucht veranlasste.

Aber zurück zu den Fliegen-/Nymphenmustern. Ich fange gerne große Fische. Barben,Nerflinge,Brassen oder Karpfen. Und die fange ich auch. Mal mehr, mal weniger. Und die fange ich mit der Nymphe. Wenige Muster aber und das ist für meinen Fangerfolg wirklich wichtig: Sie sind alle mindestens Hakengröße 10 oder größer. Meine Größten Muster sind Hakengröße 4!

Warum ich solche Monster verwende?  Vielleicht denke ich da zu menschlich:Ein großer Happen ist mir lieber. Es kann aber auch damit zusammenhängen , dass der Fisch dieses große Angebot leichter wahrnimmt. Die scheint mir auch eines der Hauptprobleme grundsätzlich zu sein: Unser Angebot wird einfach nicht erfasst.Eine Nymphe riecht nicht, si bewegt sich nicht natürlich und sieht (wenigstens aus Sicht des Fisches) etwas künstlich aus. Ist seine Neugierde geweckt wird er das Muster zur finalen Prüfung ins Maul nehmen. Haben wir das ganze mit den Augen verfolgen können und richtig reaagiert, folgt ein mehr oder weniger herzhafter Drill. Oder auch nicht wenns suboptimal lief.

 

 

Ich habe mit ziemlicher Sicherheit noch für die nächsten 100 Jahre Bindematerial, aber Finger und Auge wollen nicht mehr so wie vor 20 Jahren. Deswegen kaufe ich mir heute einen großen Teil meiner Muster. Es ist aber verdammt schwer solch große Muster mit unterschiedlicher Beschwerung auf zu treiben. Einige Muster wie die modifizierten Leech oder die Saunymphe muss ich so lange es noch geht selbst binden.

Nun aber zu meinen Favoriten ( alle mit dem Faktor V gebunden ):  Faktor V =Faktor Vertrauen , ohne Vertrauen gehts nicht.  

Noch ein Tipp : Binden oder kaufen Sie die Muster in 2 oder 3 Größen. Wenn möglich mit unterschiedlicher Beschwerung.    

 

 

So einfach könnte es gehen


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Pirschen,sehen,werfen,Anhieb, Drill, Landung und dann ein Foto. So einfach könnte es gehen. Geht es aber leider nicht immer.    

 

 

 

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