Blog Oktober

Der goldene Oktober. Das Wetter ist gut, wenig Wind ,gute Sicht ins Wasser. Das wars dann  

aber schon mit "goldener Oktober".Trotz mehrmaliger Pirschgänge am Wasser: Keine Flosse!

Das ist schon depremierend.

 

Die Gründe dafür ?

 

  1. Die Veränderung der Dynamik durch die Staustufen
  2. Trotz Kläranlagen sind noch sehr viele ungeklärte/unklärbare chemische Stoffe in unseren Gewässern.
  3. Veränderungen brauchen Zeit die nicht vorhanden ist.

Selten sind einzelne Faktoren ausschlaggebend für derartige Veränderungen wie wir sie im Moment an unserer  Gewässerstrecke beobachten. Am grafierensten ist sicher der Betrieb der Staustufen gewesen. Dies ist zwar schon etwa 4 Jahrzehnte her, die Auswirkungen sind aber derzeit wohl am deutlichsten zu spüren. Was ist in diesen Jahrzehnten im Lebensraum Gewässer geschehen?

Aus einem frei fließenden Fluss ist eine Kette von Stau stufen geworden. In unserem Bereich war der Fluss der Barbenregion zuzuordnen. Mit den für diese Region und diese Dynamik typischen Fischarten.

Durch die stark reduzierte Dynamik sind in den vergangenen 4 Jahrzehnten fast alle Strömungsfische wie Schrätzer, Zingel,Streber, Zährte, Nase,Barbe, Hasel, Äschen Forellen und der Huchen aus dem ursprünglichen Lebensraum verschwunden und auch der Bestand der unendlich wichtigen Futterfische wie z. B. der Laube hat stark gelitten.  

Durch diesen radikalen Schwund der diversen Arten in enorm kurzer Zeit hat sich auch der Raubfisch bestand gravierend verändert. Hecht und Zander weichen immer mehr dem Waller.

Durch die teils sehr geringe Fließgeschwindigkeit in den Staubereichen ist der ursprüngliche Gewässeruntergrund zerstört. Und damit der Lebensraum der Fischnährtiere der obigen Arten.

 

Ein weiteres Problem sind die relativ hohen Wassertemperaturen. Auch diese thermischen Veränderungen beeinflussen den ursprünglichen Fischbestand erheblich. Und dies nicht zum Positiven und leider auf sehr weite Strecken ! Hohe Wassertemperatur ist gleichzeitig niedriger Sauerstoffgehalt. Und da wird es für viele Fischarten schnell zu einem teilweise lebensbedrohlichem Problem. Die einfachste Überlebensstrategie heißt abwandern. Nur ist ein großräumiges ausweichen in den meisten Fällen durch die Stauwehre nicht möglich.  

Fazit : Diese Arten werden aussterben oder sind schon ausgestorben. Deswegen nützt es auch nicht solche Fischarten durch Besatzmaßnahmen im Gewässer halten zu wollen. Die Lebensumstände sind für eine stabile Population einfach schon zu schlecht.

Huchen oder Seeforellen in derartige Gewässerstrecken auszusetzen ist falsch verstandener Artenschutz mit absehbarem Ende der Kreatur.

 

Unsere Länder in der BRD haben in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden in den Gewässerschutz investiert. Vieles sinnvoll, einiges weniger. Unsere Gewässer sind optisch wesentlich schöner geworden, zugegeben hier haben die Kläranlagen etwas gebracht. Aber ist das auch im Sinne der Bewohner? Die Berufsfischer an vielen unserer Seen beklagen den Rückgang des Ertrages. Die Fische wachsen langsamer, der Ertrag wird geringer. Das so schädliche Phosphat wird in den Kläranlagen ( oder Ringkläranlagen ) praktisch unschädlich gemacht. Dieser Dünger, der bisher die Nahrungskette mit ausreichenden Nährstoffen versorgte fehlt. Die Nahrung steht für die Bewohner unserer Gewässer nicht mehr so massiv zur Verfügung, die Fische bleiben kleiner.  

Natürlich ist es toll, wenn Schwermetalle ( die wir zuerst eingeleitet haben ) ausgefällt werden und nicht mehr in den irrsinnigen Mengen in unseren Oberflächengewässern enthalten sind.

Nur sind nach wie vor etliche sehr stabile chemische Stoffgruppen deren Wechselwirkungen man nicht kennt oder kennen will in unseren Gewässern vorhanden.  

Ein Beisiel: Das in der Anti Babypille enthaltene Östrogen wird in unseren Kläranlagen nicht unschädlich gemacht. Das Ergebnis: Auch Fische und Fischnährtiere werden unfruchtbar.

 

Veränderungen, wie wir sie momentan erleben sind brutale Eingriffe in Lebensräume die die Natur in so kurzer Zeit, wie wir uns das wünschen würden, sicher nicht reparieren kann. Wir werden damit leben müssen. Ein großer Teil der durch unser Handeln verursachten Veränderungen wird sicher nicht mehr rückgängig gemacht werden können, selbst wenn wir das wollten. Dies gilt für regionale Ereignisse ebenso wie für die globalen Veränderungen die wir derzeit erleben dürfen  ( müssen ). 

 

 

 

 

 

 

 

 

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